• 9 extra


    09. November 2003 bis 21. Dezember 2003

    Neun Kuratoren - Neun Positionen / Eine spannende Entdeckungsreise durch unterschiedliche künstlerische Positionen und Medien.

    Fehmi Baumbach / Hermann Josef Hack / Kerstin Jeckel / Nils Keber / Friederike Klotz /Heike Krebs Bechtel / Eva Preckwinkel / Jane South / Anja Wiese

    Eröffnung: Samstag 8. November 2003 / 17 bis 20 Uhr

    kuratiert von Petra Bermes

  • Fehmi Baumbach - Kuratorin: Petra Bermes
    Fehmi Baumbach ergründet Wohnzimmercharaktere: Da sind neugierige Stehlampen, emotionale Designerstühle, autistische Weingläser, Kommoden als Querdenker, vorlaute Fernsehgeräte und gelangweilte Telefone, die auf einen Anruf warten. Zwischen dem gelaunten Interieur liegt ein Humor in den Nischen, der in angenehm abstrakten Schnörkeln aus der Tiefe heraus grinst.


    Hermann Josef Hack - Kuratorin: Cornelia Saalfrank

    Die Bildfindungen und Aktionen des Medien- und Kommunikationskünstlers Hermann Josef Hack (*1956) stellen einen bedeutenden künstlerischen Beitrag zur Debatte um die soziale Gerechtigkeit und Verantwortung in der Multimediagesellschaft dar. Es geht dem Künstler vor allem darum, mittels der neuen Medien eine Interesse an wichtigen gesellschaftlichen Einrichtungen oder Prozessen zu vermitteln und die Allgemeinheit in die Lage zu versetzen, an der Diskussion über den Wertewandel aktiv teilzunehmen. Hermann Josef Hack studierte bei Josef Beuys in Düsseldorf, bekannt wurde er durch verschiedenen Aktionen im Bundestag und der Dokumenta.

    Kerstin Jeckel - Kuratorin: Inge Naumann
    Farbe und Form bedingen einander, entstehen miteinander. Im Malprozess sucht die Farbe ihre Form und die Form ihre Farbe. In den feinsten Modulationen locken sie den Betrachter zu entdecken, was in vielen tiefen Schichten, in den Zwischenräumen verborgen ist: Abgrenzung und Durchlässigkeit, Individualität und Beziehung. Seit 3 Jahren entstehen Bild-Serien mit Collage-Teilen – d.h. reale Stücke und Magazin-Ausschnitte werden in die Malerei einbezogen – ebenso wie Schrift und Texte, so haben Gedanken und Farbe in den Zwischenräumen eine weitere Schicht bekommen. Kerstin Jeckel (*1960) studierte 1983–1989 Freie Malerei und Kunsttheorie an der HfBK Städelschule, Frankfurt / Main und lebt und arbeitet in Wiesbaden.

    Nils Keber - Kurator: Steffen Conradi
    Das Fernsehgerät hat in unserer Kultur die Funktion eines Lagerfeuers übernommen. Im Unterschied zu früher tauscht man sich jedoch nicht mehr über die Erlebnisse des Tages aus; der Fernseher liefert uns vielmehr die Erlebnisse fremder Menschen ins Wohnzimmer. Nils Keber reduziert mit seiner Installation "1-Pixel-TV" das Fernsehgerät auf seine visuell elementarste Form. Er entzieht dem Betrachter die Möglichkeit zur Dekodierung der einströmenden Bilder. Das PAL-Signal wird auf die Abfolge der Farbinformation eines einzelnen Pixels, der kleinsten Einheit der Bildaufbaus, beschränkt. Ein urtümliches Flackern des Lichtes entsteht.

    Friederike Klotz - Kuratorin: Anja Greulich
    Wie in einem Guckkasten scheinen sich die Interieurs in den durchsichtigen Kuben von Friederike Klotz zu verdichten. Als farbige Abzüge auf Fotofolie, in mehreren Schichten in Kunstglas eingegossen, sind die Dinge nicht fest in einem logischen Raumgefüge verankert, sondern stilllebenhafte Versatzstücke. Fotografische Aufzeichnungen gerinnen in den Kuben zu Raumsegmenten. In ihren neuen Arbeiten läßt Friederike Klotz die „Bewohner“ ihrer „Räume“ als Super-8-Projektion erscheinen. Doch geht es dabei nicht um die Simulation von Wirklichkeit – das bewegte Bild wird vielmehr Teil der Raumcollage. Friederike Klotz (*1966) studierte Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste Wien und lebt und arbeitet heute in Wien und Berlin.


    Heike Krebs Bechtel - Kurator: Achim Gawe

    Netzwerk / Synonym für die Gesellschaft mit ihren chaotischen und geplanten, über- und untergeordneten Strukturen. Die begehbare Skulptur bietet mit jedem Wechsel des Standortes und der Lichtverhältnisse neue Aspekte und Eindrücke – Veränderungen des Farbenspiels, der Perspektiven, der Durchblicke, der Zentren und der Fluchtlinien.

    Eva Preckwinkel - Kuratorin: Ulrike Hampl
    Eva Preckwinkels (*1967) Bilder, meist Porträts, sind geprägt durch ihre charakteristische "popartistische Formensprache". Die Künstlerin unterhält und irritiert, der Betrachter kann sich nie sicher sein, wie ernst die ikonographische Darstellung gemeint ist. Er erlebt einen "satirischen Streifzug" durch das Wirtschaftswunderland Bundesrepublik.

    Jane South - Kuratorin: Elke Gruhn
    Neugierig kombiniert Jane South (*1965) Zeichnung und Skulptur. Sie vereinfacht und manipuliert ihre Zeichnungen: die Zwischenräume werden ausgeschnitten und das verbleibende Linienetz wird zu skulpturalen Elementen zusammengefügt, die manchmal wie Modelle für größere Skulpturen wirken. Die zwei- und dreidimensionalen Zeichnungen zeigen eine fragile und spielerische Phantasie Welt mit widersprüchlichen Perspektiven und Maßstäben - ein floureszierender Vergnügungspark für die Sinne...
    Jane South studierte in Kingston, London and Greensboro, lebt und arbeitet in New York.
    www.janesouth.com

    Anja Wiese - Kuratorin: Josefine Raab
    Anja Wieses (*1962) künstlerisches Repertoire umfasst raumgreifende Licht- und Videoinstallationen, Klang- und Tonbandarbeiten, Environments und CD-Roms. Kennzeichnend für ihre Arbeitsweise ist die Verzahnung unterschiedlicher medialer Ebenen – Klang / Text, Skulptur / Raum und Licht / Farbe. Daneben beschäftigt sie sich intensiv mit Texten, die „oft wie ein Gedicht in den Raum geworfen sind.“ Ihr thematischer Bogen spannt sich dabei von Vereinzelung und Sehnsucht nach Nähe bis hin zur Bedeutung der Zahl oder dem Aufeinandertreffen von strengen Ordnungen und Zufallsstrukturen.

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