• © Nadine Fraczkowski, o.T., 2011

    Installationsansicht, 2013, © Axel Schneider

    Installationsansicht, 2013, © Axel Schneider

    Installationsansicht, 2013, © Axel Schneider

    Installationsansicht, 2013, © Axel Schneider

    ECHO RELEASE /

    Stipendiaten der Hessischen Kulturstiftung


    21. September 2013 bis 24. November 2013

    Rahmenprogramm /

    Freitag, 8. November 2013, 19 Uhr
    Welterfahrungen und Weltentwürfe. Fragen an die Künstlerreise als Modell. Ein Vortrag von Prof. Dr. Peter J. Schneemann

    Sonntag, 24. November 2013, 16 bis 18 Uhr
    Finissage mit Katalogpräsentation und Diskussion
    Mit Inga Farina Petzold (Kunsthistorikerin) /
    Claudia Scholtz (Geschäftsführerin, Hessische Kulturstiftung) /
    Andreas Diefenbach (Künstler) /
    Amalia Barboza (Künstlerin)
    Moderiert von Anna Viktoria Eschbach und Aurélia Defrance, Kuratorinnen der Ausstellung

  • Sunah Choi / Lukas Einsele / Nadine Fraczkowski / Gülsüm Güler / Oliver Husain / Annette Kisling / Andrei Koschmieder / Pia Linz / Shane Munro / Martin Neumaier / Peles Empire / Sascha Pohle / Katja Pratschke und Gusztáv Hámos / Att Poomtangon / Mandla Reuter /  Nada Sebestyén / John Skoog / Adrian Williams / Haegue Yang.

    Seit 20 Jahren ermöglicht die Hessische Kulturstiftung mit ihrem Reise‐ und Atelierstipendienprogramm Auslandsaufenthalte für bildende Künstlerinnen und Künstler, die in Hessen geboren wurden oder in Hessen leben. Mit der Gruppenausstellung Echo Release, die Arbeiten ehemaliger und aktueller Stipendiaten zum Thema der zeitgenössischen Künstlerreise zusammenführt, wird diese Förderpraxis erstmals für eine breite Öffentlichkeit sichtbar gemacht. Die Präsentation wird in den Räumen des Nassauischen Kunstvereins Wiesbaden gezeigt, der wichtigsten Institution für junge, zeitgenössische Kunst in der hessischen Landeshauptstadt.

    Künstlerreisen haben eine lange Tradition, die Grand Tour war obligatorisch für den Adel seit dem späten Mittelalter, im 18. und 19. Jahrhundert traten auch Künstler und Intellektuelle des aufgeklärten Bürgertums die klassische Bildungsreise an. Sie spielt bis in die Gegenwart eine zentrale Rolle im Prozess der künstlerischen Ausbildung und Entwicklung. Die Ausstellung fragt daher nach den gegenwärtigen Parametern: Mit welchen Vorstellungen begeben sich zeitgenössische Künstler in fremde Kulturen und welche Wirkung hat das Reisen auf den Arbeitsprozess der Stipendiaten? In einer globalisierten Welt, in der die Möglichkeiten an Informationen zu gelangen und die Bedingungen des Reisens unvergleichbar einfacher geworden sind, ist ein ständiger Ortswechsel für Künstler zur Normalität geworden. Seit den 1990er Jahren wird dem Künstler das Bild des Nomaden zugeschrieben, das den Mobilitäts‐ und Flexibilitätsdruck unterstreicht, dem auch der moderne Mensch in der Arbeitswelt zunehmend ausgesetzt ist. Der Anstieg von internationalen Kunstbiennalen und Ausstellungsräumen sowie internationale Förderstrukturen führen dazu, dass Künstler in ständiger Bewegung bleiben. Artist‐in‐Residence‐Programme und Reisestipendien bilden heute in vielen Ländern zentrale Elemente der öffentlichen und privaten Förderpraxis. Die ausgestellten Werke zeigen demgegenüber keine Bilder einer homogenen, unterschiedslosen Welt. Künstler richten ihren Blick vielmehr auf bestimmte Orte, um deren spezifische Merkmale und Spannungen zu fixieren und zu reflektieren. Diese Aspekte werden sowohl auf dokumentarische Weise verhandelt, als auch durch Reinterpretieren oder Zitieren von vorgefundenen Traditionen und Ikonographien, bis hin zur Neukonstruktion von Orten durch die Künstlerinnen und Künstler selbst.

    Dabei reiben sich Künstler an Klischees, sie beteiligen sich an der aktuellen Neudefinition des Begriffs Exotismus und lenken auch die Aufmerksamkeit auf politische und soziale Konflikte. So vielfältig die künstlerischen Strategien sind, so vielfältig sind auch die Rollen der Produzenten selbst: Der Künstler als Nomade, aber auch als Ethnograph und Erzähler. All das sind Rollen, die das Thema der Künstlerreise in sich tragen und sie gleichzeitig hinterfragen.

    Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

    Kuratiert von Aurélia Defrance und Anna-Viktoria Eschbach

    Veranstalter: Hessischen Kulturstiftung, Nassauischer Kunstverein Wiesbaden 



    In Kooperation mit: Curatorial Studies – Theorie – Geschichte – Kritik, Frankfurt / M.


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