• He Xiangyu, Thursday, 2018, © and Courtesy: Der Künstler, Installationsansicht Nassauischer Kunstverein Wiesbaden, 2020, Foto: Christian Lauer

    Julius von Bismarck, Apocalypsoid, © Der Künstler und VG Bild-Kunst, Bonn, 2020, Courtesy: Sammlung Haus N, Kiel/Berlin/Athen, Installationsansicht Nassauischer Kunstverein Wiesbaden, 2020, Foto: Janine Drewes

    Björn Braun, Untitled (zebra finch nest), 2013, © Der Künstler, Courtesy: Der Künstler und Meyer Riegger, Berlin/Karlsruhe, Installationsansicht Nassauischer Kunstverein Wiesbaden, 2020, Foto: Janine Drewes

    Marcel Broodthaers, Phantomas, 1966, © Der Künstler und VG Bild-Kunst, Bonn, 2020, Courtesy: KEWENIG, Berlin, Installationsansicht Nassauischer Kunstverein Wiesbaden, 2020, Foto: Christian Lauer

    Nathalie Djurberg & Hans Berg, I am Saving This Egg For Later, 2011, © Die Künstler und VG Bild-Kunst, Bonn, 2020, Courtesy: Lisson Gallery, London, Installationsansicht Nassauischer Kunstverein Wiesbaden, 2020, Foto: Christian Lauer

    Peter Carl Fabergé, Brunnenkresse-Ei, um 1900 / Frosch, um 1900, Courtesy: Privatsammlung Wiesbaden, Installationsansicht Nassauischer Kunstverein Wiesbaden, 2020 Foto: Christian Lauer

    Peter Carl Fabergé, Brunnenkresse-Ei, um 1900, Courtesy und Foto: Privatsammlung Wiesbaden

    Siri Hagberg, Jay, Warbler, Magpie, 2019, © und Courtesy: Die Künstlerin, Foto: Ivan Murzin

    Agata Ingarden, Plant Power Egg, 2019, © Die Künstlerin, Courtesy: Berthold Pott, Köln, Installationsansicht Nassauischer Kunstverein Wiesbaden, 2020, Foto: Christian Lauer

    Benjamin Patterson, Portrait of Egg, 1962/1998, © und Courtesy: Estate Benjamin Patterson, Hamburg, Installationsansicht Nassauischer Kunstverein Wiesbaden, 2020, Foto: Christian Lauer

    Kirsten Pieroth, Little Imperial Egg I, 2012, © und Courtesy: Die Künstlerin, Installationsansicht Nassauischer Kunstverein Wiesbaden, 2020, Foto: Christian Lauer

    Katarzyna Przezwańska, Untitled, 2018, © Die Künstlerin, Courtesy: Die Künstlerin und Dawid Radziszewski Gallery, Installationsansicht Nassauischer Kunstverein Wiesbaden, 2020, Foto: Janine Drewes

    Josefine Reisch, Fabergé Coronation Egg, 2018, © Die Künstlerin, Courtesy: Sammlung Minkwitz, Installationsansicht Nassauischer Kunstverein Wiesbaden, 2020, Foto: Christian Lauer

    Karin Sander, Hühnerei, poliert, roh, Größe 0, 1994, © Die Künstlerin und VG Bild-Kunst, Bonn, 2020, Courtesy: Die Künstlerin und Esther Schipper, Berlin, Installationsansicht Nassauischer Kunstverein Wiesbaden, 2020, Foto: Janine Drewes

    Pedro Wirz, “Ovo por Olho” (Cocoon/Eggs) #5, 2017, © Der Künstler, Courtesy: Sammlung Haus N, Kiel/Berlin/Athen, Installationsansicht Nassauischer Kunstverein Wiesbaden, 2020, Foto: Janine Drewes

    Ei


    20. März 2020 bis 28. Juni 2020

    Julius von Bismarck / Björn Braun / Marcel Broodthaers /
    Nathalie Djurberg & Hans Berg / Peter Carl Fabergé /
    Siri Hagberg / Agata Ingarden / Benjamin Patterson /
    Kirsten Pieroth / Katarzyna Przezwańska / Josefine Reisch /
    Karin Sander / Pedro Wirz / He Xiangyu

    Eröffnung / Donnerstag, 19. März 2020, 18 Uhr

  • Die international besetzte Gruppenausstellung Ei im Nassauischen Kunstverein Wiesbaden zeigt Werke zeitgenössischer Künstler*innen und schlägt einen Bogen zu dem mit Wiesbaden enger als gedacht verbundenem Peter Carl Fabergé (1846-1920). In Hommage an den Juwelier, der vor allem mit seinen kaiserlichen Ostereiern Weltruhm erlangte, wird das Ei als ein zentrales Motiv der Gegenwartskunst beleuchtet.

    „Alles ist Eier. Die Welt ist ein Ei. Die Welt wird aus dem großen Eigelb, der Sonne, geboren.“ Mit diesen Worten beschreibt der belgische Künstler Marcel Broodthaers die universale Kraft des kleinen und dabei hoch komplexen Gebildes der Natur. Das Ei ist das Sinnbild der perfekten Einheit von Minimalismus, Form und unendlicher Schöpfungskraft.

    Die scheinbar einfache Form eines in sich abgeschlossenen Systems bietet dem sich entwickelnden Wesen für einen begrenzten Zeitraum einen Nähr- und Schutzraum. Das Ei ist von asketischer Schönheit und birgt einen unglaublichen, wunderbaren Inhalt: Leben. Seit jeher spielt das Ei daher eine besondere Rolle in den Kulturen der Welt. Als Weltenei ist es Ausgangspunkt für die gesamte Schöpfungsgeschichte, als Ei des Kolumbus bietet es eine verblüffend einfache Lösung für ein schier unlösbares Problem und seit Plutarch ist das Grübeln darüber, ob zuerst das Ei oder die Henne gewesen sei, eine unserer grundsätzlichen philosophischen Fragestellungen.

    Gerade an Ostern wird das Ei besonders prominent. Ursprünglich aus praktischen Gründen wurden in der Fastenzeit die zur Haltbarmachung gekochten Eier bunt eingefärbt, um sie von den ungekochten unterscheiden zu können. Daraus entwickelten sich regelrechte Kunstformen, bei der die Ei-Form zur Hülle für vielfältige Überraschungen wurde.

    So gestaltete der Juwelier Peter Carl Fabergé im Jahre 1885 ein ganz besonderes Ostergeschenk für die Gattin des Zaren Alexander III.: ein aufklappbares Ei aus weißer Emaille, in welchem innerhalb eines goldenen Dotters wiederum ein goldenes, mit Rubinen besetztes Huhn sitzt. Dies begeisterte nicht nur den gesamten Hof. In den folgenden Jahren entstanden in der Werkstatt Fabergés rund fünfzig Kaiserliche Prunkeier sowie zahlreiche weitere Eier von unermesslichem Wert für adelige und großbürgerliche Auftraggeber. Die Oktoberrevolution zwang Fabergé zur Flucht aus Russland - von Sankt Petersburg über Riga gelang er für eine kurze Zeit in die „Weltkulturstadt Wiesbaden“.

    In der international besetzten Gruppenausausstellung über das Ei in der zeitgenössischen Kunst gleicht kein Ei dem anderen. Die Werke von Julius von Bismarck, Björn Braun, Marcel Broodthaers, Natalie Djuberg & Hans Berg, Peter Carl Fabergé, Siri Hagberg, Agata Ingarden, Benjamin Patterson, Kirsten Pieroth, Katarzyna Przezwańska, Josefine Reisch, Karin Sander, Pedro Wirz und He Xiangyu bergen dabei so manche(s) Überraschung(s-Ei). 

    zurück /