• Assaf Gruber / The Conspicuous Parts, 2018 / Film, 36 Min., Filmstill / Courtesy und ©: Der Künstler

    Assaf Gruber / The Conspicuous Parts, 2018 / Courtesy und ©: Der Künstler / Installationsansicht Nassauischer Kunstverein Wiesbaden 2018, Foto: Christian Lauer

    Assaf Gruber / The Conspicuous Parts, 2018 / Courtesy und ©: Der Künstler / Installationsansicht Nassauischer Kunstverein Wiesbaden 2018, Foto: Christian Lauer

    Assaf Gruber / The Conspicuous Parts, 2018 / Courtesy und ©: Der Künstler / Installationsansicht Nassauischer Kunstverein Wiesbaden 2018, Foto: Christian Lauer

    Assaf Gruber / The Conspicuous Parts, 2018 / Courtesy und ©: Der Künstler / Installationsansicht Nassauischer Kunstverein Wiesbaden 2018, Foto: Christian Lauer

    Assaf Gruber / The Conspicuous Parts, 2018 / Courtesy und ©: Der Künstler / Installationsansicht Nassauischer Kunstverein Wiesbaden 2018, Foto: Christian Lauer

    Assaf Gruber / The Conspicuous Parts, 2018 / Film, 36 Min., Filmstill / Courtesy und ©: Der Künstler

    Courtesy und ©: Der Künstler

    Assaf Gruber / The Conspicuous Parts, 2018 / Film, 36 Min., Filmstill / Courtesy und ©: Der Künstler

    Assaf Gruber / The Conspicuous Parts #2, 2018 / C-Print, 72 x 54 cm / Courtesy und ©: Der Künstler

    Assaf Gruber / The Conspicuous Parts #7, 2018 / C-Print, 54 x 72 cm / Courtesy und ©: Der Künstler

    Follow Fluxus 2018

    Assaf Gruber / The Conspicuous Parts


    31. August 2018 bis 26. Mai 2019

    Eröffnung / Donnerstag 30. August / ab 18 Uhr


    Die Ausstellung wird gefördert durch:

            

  • Assaf Gruber, elfter Stipendiat des von der Landeshauptstadt Wiesbaden und dem Nassauischen Kunstverein vergebenen Stipendiums Follow Fluxus – Fluxus und die Folgen, thematisiert in seinen Arbeiten, wie individuelle Ideologien durch persönliche Biografien geformt werden und wie sich diese auf soziale Beziehungen innerhalb privater und öffentlicher Räume auswirken. Grubers Film The Conspicuous Parts (2018) hinterfragt anhand der fiktiven Geschichte zweier Frauen, die im Museum für Naturkunde Berlin arbeiten, politische Aspekte der Präsentation von Objekten in musealen Räumen. Eine deutsche Tierpräparatorin trifft zufällig auf eine britische Schriftstellerin, die im Museumsarchiv für ihren neuen Roman recherchiert und sich dabei besonders für eine obskur anmutende Expedition zu einem kubanischen Korallenriff zu Zeiten der DDR interessiert. Während ihrer Begegnung beginnen die beiden Frauen eine eher ungewöhnliche Kommunikation.

    Die von Gruber forcierte erzählerische Kraft von Objekten wird im zweiten Ausstellungsraum durch Skulpturen und fotografische Arbeiten herausgefordert. Die Fotografien zeigen Korallen, die tatsächlich 1967 aus Kuba mitgebracht und seitdem im Berliner Museum für Naturkunde aufbewahrt wurden und die der Künstler bewusst in Dioramen des Museums pflanzte, die wiederum bereits in den 1950er-Jahren gebaut wurden (und seit Jahrzehnten nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sind). Damit verstärken die Fotografien die vom Film aufgeworfenen Fragen: Welche Entscheidungen führen dazu, dass etwas in einer Kulturinstitution gezeigt wird? In welchem Zusammenhang stehen diese Entscheidungen zur jeweiligen Zeit? Und welche Motivation liegt Expeditionen, wie der kubanischen in den 1960er-Jahren, zugrunde?

    Die Skulpturen, die sich über den Ausstellungsraum ausbreiten, thematisieren mit Humor diese Rätsel aus einem anderen Blickwinkel. Sie adaptieren spielerisch abstrakte Naturformen: Die Holzflöten, die hier eher an Schlangen, Schwäne oder Pflanzen erinnern, oder die zu riesigen Eiern deformierten Kunststoff-Bowlingkugeln wurden ihrer eigentlichen Funktionen beraubt. In ihren neuen Formen erfüllen sie nicht mehr ihre symbolische Bedeutung, die Übertragung von Ton und Melodie, also Information bei den Blockflöten, oder ein brutales Spielwerkzeug, also Munition bei den Bowlingkugeln. Vielmehr schaffen sie, ebenso wie seine Filme, einen vielschichtigen Bedeutungsraum.

    Der Filmemacher und Bildhauer Assaf Gruber (*1980, Jerusalem) lebt und arbeitet in Berlin. Er studierte Bildende Kunst an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts in Paris und am Higher Institute of Fine Arts (HISK) in Gent. Im Jahr 2018 erhielt er Auszeichnungen und Stipendien, unter anderem den The Camargo Foundation Award FIDLAb Marseille, das Publikations Stipendium des Berliner Senats und des Kunstfonds Bonn. Seine Arbeiten wurden auf mehreren Film-Festivals und in einer Vielzahl von Gruppen- und Einzelausstellungen im In- und Ausland gezeigt, zuletzt im Ujazdowski Castle Center for Contemporary Art in Warschau und in der Berlinischen Galerie.

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