• Funky Nassau - Recovering an Identity


    19. März 2006 bis 30. April 2006

    John Beadle / Dionne Benjamin-Smith / Lillian Blades / John Cox / Blue Curry / Michael Patrick Edwards / Antonius Roberts / Heino Schmid / Clive Stuart / ...

    Eröffnung: Samstag, 18. März / 17 bis 20 Uhr

    kuratiert von Amanda Coulson / Co-Kuratorin: Elke Gruhn

  • Das Bild, das den meisten von den Bahamas vorschwebt, ist das einer paradiesischen Insel. Allerdings verlief die Geschichte des Inselstaates nicht ganz so friedlich, ist getrübt von Piraterie, Sklaverei, von der Besetzung des Landes durch verschiedene Nationen, und vom Kampf um die Unabhängigkeit und die Entwicklung einer eigenen Identität.

    Die Bahamas von heute sind noch immer in vielerlei Hinsicht zweigeteilt. Die Hauptstadt auf der Insel New Providence ist zwar Regierungssitz einer Nation, die seit 1973 unabhängig ist, ihr Name – Nassau, benannt nach König Wilhelm III von Oranien-Nassau – aber erinnert noch heute an die britische Kolonialherrschaft.
    Noch immer sind sowohl die historischen Stätten als auch die Sitten sehr eng mit denen des früheren Status als britischen Kolonie verbunden, wobei die Nähe und Abhängigkeit von den USA zu einer zunehmenden Amerikanisierung der Kultur führen. Während Armut immer noch ein Problem ist, ermöglicht eine aufstrebende gesellschaftliche Mittelklasse der neuen Generation, Schulen und Universitäten über den Landesgrenzen zu besuchen und ein aktives Interesse an ihrer kulturellen Identität zu entwickeln.

    In der Kunst wurde in vereinfachender Charakterisierung die Inseln als Hafen des Friedens und der Ruhe immer betont. Historisch betrachtet haben eingewanderte Künstler wie Winslow Homer und Albert Bierstadt die sandigen Landschaften unsterblich gemacht, spätere lokale Künstler taten es ihnen auch aus finanzieller Notwendigkeit gleich und fertigten schöne dekorative Landschaften oder Genregemälde für die Touristen. Diese stereotypen Bilder haben zur Unwesentlichkeit der Kunst von den Bahamas in der internationalen Kunstwelt geführt.

    Heute, gefördert durch die Nationalgalerie der Bahamas, bricht eine junge Generation bahamajanischer Künstler mit diesem jahrhundertealten Klischee im Versuch, ihre eigene Identität und die ihrer Nation zu erkennen, zu hinterfragen und zu erklären. Die traditionellen Themen vermeidend, beschäftigen sie sich mit sozialer Problematik und präsentieren die Inseln in einer Art, wie sie nie zuvor durch eine internationales Publikum wahrgenommen wurden.
    Diese neue Bewegung wird durch die Künstler John Beadle, Dionne Benjamin-Smith, Lillian Blades, John Cox, Blue Curry, Michael Patrick Edwards, Antonius Roberts, Heino Schmidt und Clive Stuart angeführt, die Ihre Arbeiten vom 19. März bis 30. April 2006 im Nassauischen Kunstverein Wiesbaden zeigen werden.

    Amanda Coulson
    In Kooperation mit der National Art Gallery of the Bahamas

    Die Ausstellung ist Bestandteil der Ausstellungsreihe PERSPEKTIVEN DER ZUKUNFT, eine laufende Folge zu künstlerischen Zukunftsvisionen mit gesellschaftlicher Relevanz. Fragestellungen der Zeit werden in verschiedenen Ausstellungsprojekten bearbeitet. Der Nassauische Kunstverein und die Nassauische Sparkasse möchten damit einen Anstoß zur kritischen und ungewöhnlichen Auseinandersetzung mit Zukunftsvisionen und gesellschaftlichen Entwicklungen leisten.

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