• Hans-Peter Webel / Anmachen


    21. Januar 2001 bis 04. März 2001

    kuratiert von Gottfried Hafemann

  • Hans-Peter Webel beschäftigt sich mit dem, was als schön gilt: Er richtet sein Augenmerk auf die reine Form – das Ornament. Ihn interessieren Schmuck und Verzierungen der Fassaden, das Äußere und nicht der Inhalt. Wie werden Gebäudefassaden und Innenräume präsentiert? Wie wandelt sich das Verständnis von Dekoration im Laufe der Zeit?

    Die Arbeiten des Künstlers aus Köln waren bereits 1994 in der Reihe "Das Material des Bildhauers – GIPS" zu sehen. Trug Webel damals autonome Skulpturen zum Thema bei, verselbständigt er in dieser Ausstellung Zierleisten, Kapitelle und Säulenteile und setzt sie in andere Zusammenhänge mit einer neuen vorgefundenen Umgebung.

    In einem Raum brachte er Gipsleisten an, auf die er Dias von Wandoberflächen projiziert: Sie zeigen Steinmauern, Häuserfassaden aus Backstein, Beton, Kacheln, Glasbausteine, die beklebt sind, verschmutzt, mit Graffiti besprüht. Eine andere Arbeit stellt ebenfalls den Gegensatz zwischen Ornamenten und den Zustand von Fassaden heute in den Blickpunkt. Quer über alte, dreckverkrustete Türen klebte Webel wiederum seine hellen Zierleisten. Ein beinahe trotziger Versuch, den verlebten Gegenständen wieder zu einem neuen Glanz zu verhelfen und damit Hinweis auf die Vergänglichkeit von Schönheit, Prunkt und Eleganz.

    In seinem jüngsten Projekt – dem zur Ausstellung erschienenen Katalog "Anmachen" offenbart sich noch einmal eine ähnliche Vorgehensweise. An die profansten, schnörkellosen und funktional gestalteten Bauten klebte Webel seine Gipsformen: an Rohbauten, eine Toilettenhaustüre, Straßenlaternen, Geländer und zerbrochene Firmenschilder, selbst die Einwurflöcher von Müllcontainern verzierte er mit Gipskringeln.

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