• © Holger Schmidhuber und VG Bild-Kunst, Bonn

    Installationsansicht / Helga Schmidhuber / A Heady, Hefty Upload / 2018 / Courtesy und ©: Die Künstlerin / Foto: Marcus Michaelis

    Installationsansicht / Helga Schmidhuber / A Heady, Hefty Upload / 2018 / Courtesy und ©: Die Künstlerin / Foto: Marcus Michaelis

    Installationsansicht / Helga Schmidhuber / A Heady, Hefty Upload / 2018 / Courtesy und ©: Die Künstlerin / Foto: Marcus Michaelis

    Installationsansicht / Helga Schmidhuber / A Heady, Hefty Upload / 2018 / Courtesy und ©: Die Künstlerin / Foto: Marcus Michaelis

    Installationsansicht / Helga Schmidhuber / A Heady, Hefty Upload / 2018 / Courtesy und ©: Die Künstlerin / Foto: Marcus Michaelis

    Installationsansicht / Helga Schmidhuber / A Heady, Hefty Upload / 2018 / Courtesy und ©: Die Künstlerin / Foto: Marcus Michaelis

    Helga Schmidhuber / o.T., aus der Serie Petrichor, 2017 / Mischtechnik auf Leinwand, 190 x 130 cm / Courtesy und ©: Die Künstlerin

    Helga Schmidhuber / o.T., aus der Serie Petrichor, 2017 / Mischtechnik auf Leinwand, 190 x 130 cm / Courtesy und ©: Die Künstlerin

    Helga Schmidhuber /o.T., aus der Serie Petrichor - Alpis, 2018 / diverse Materialien in Schaukasten, 51 x 42 x 8 cm / Courtesy und ©: Die Künstlerin

    Helga Schmidhuber / o.T., aus der Serie Petrichor - Alpis, 2018 / diverse Materialien in Schaukasten / 51 x 42 x 8 cm / Courtesy und ©: Die Künstlerin

    Helga Schmidhuber / o.T., aus der Serie Petrichor, 2018, Mischtechnik auf Leinwand, 230 x 170 cm / Courtesy und ©: Die Künstlerin

    Helga Schmidhuber / A Heady, Hefty Upload.


    31. August 2018 bis 21. Oktober 2018

    Eröffnung / Donnerstag 30. August / ab 18 Uhr

    Diese Ausstellung wird gefördert durch: 

  • In der Ausstellung A Heady, Hefty Upload. zeigt die Künstlerin Helga Schmidhuber (*1972, Wiesbaden) eine aktuelle Bestandsaufnahme ihres Schaffens. Der von ihr gewählte Titel der Schau bezieht sich dabei auf den Prozess der Ausstellungskonzeption, der sich zeitlich sehr komprimiert und mit großer Intensität vollzog. Wie ein „ungestümer, unbesonnener“ (engl. heady) und „heftiger“ (engl. hefty) Datenstrom nahm die Präsentation der Werke für die Räume des Kunstvereins Gestalt an, wobei sich einige der darin versammelten Arbeiten zu diesem Zeitpunkt sogar noch im Entstehen befanden und nun erstmals öffentlich gezeigt werden.

    Die formale Bandbreite der Schau erstreckt sich – durchaus programmatisch für das Schaffen der Künstlerin – von großformatigen gestisch-figurativen Malereien über Objekte und Schaukästen bis hin zu zeichnerisch-malerischen Miniaturen, Collagen und Tätowierungen. All dem liegt jedoch ein intimes verbindendes Geflecht von Ideen und Empfindungen zugrunde und Helga Schmidhubers bildnerische Sprache speist sich aus den immer gleichen Quellen. Da ist vor allem die Natur: In ihrer lebendigen Form sowie in ihrer naturwissenschaftlich-zeichnerischen Reproduktion. Daneben spielt im Alltag Gefundenes eine zentrale Rolle – als visueller und ideeller Ausgangspunkt für die malerische Arbeit oder direkt als Material in Form von Malgründen oder in skulpturalen Objekten. Alte Druckwerke, teils ganz profane, teils seltsam auratische Artefakte oder auch Fragmente davon – und auch hier immer wieder das Tier: Schädel, Knochen, Muschelschalen, Federn. Die Künstlerin bedient sich bisweilen in der volkstümlichen Votivtradition oder dem Religiös-Sakralen anderer Ethnien und das Tiefenpsychologische, das Fantastisch-Traumhafte und das Magisch-Okkulte ziehen sich beständig durch ihre Werke. Und schließlich finden sich da die ganz unmittelbaren sinnlichen Wahrnehmungen der Orte, an denen die jeweiligen Bildideen ihren Ursprung fanden und sie so maßgeblich prägten.

    Ihre Farben, Gerüche und Geräusche fließen synästhetisch in die Werke mit ein. Im Zentrum ihres Heady, Hefty Uploads steht die dreigliedrige Werkgruppe Petrichor. Der Begriff bezeichnet den Geruch von Regen auf trockener Erde oder heißem Stein, wie wir ihn wahrnehmen, wenn sich die Hitze des Sommers in einem Gewitterregen entlädt. Ergänzt durch einige Arbeiten aus anderen Werkgruppen wie Buben oder Wenig Zeit zwischen zwei Fingern verdichtet sich das Gezeigte zu einer „ungestümen“ und „heftigen“ Schau: Geisterhafte Kattas – eine Lemurenart von der Insel Madagaskar – klettern durch imaginäre Bäume und nehmen ihr Gegenüber in Augenschein. Mal beiläufig, mal mit bohrendem Blick. Ein prunkvoller Pokal scheint im Nichts zu schweben, umzuckt und umzüngelt von feinstofflichen Energien. Aus Bildern, Schaukästen und Schreinen entfalten geheimnisvolle Fetische und Totems ihren Hexenzauber. Astgabeln, die einst ein Tornado im Garten der Künstlerin schlug, verwandeln sich in massive, geschmückte Wünschelruten – Seismographen für die Kräfte jenseits unseres Bewusstseins und das Beben des Weltentaumels. Rankende Pflanzen und mäanderndes Wurzelwerk, fantastische gallertartige Tiefseebewohner und ominöse Männer, die ihre Gesichter hinter skurrilen Federmasken verbergen… Das alles wirft in seiner Pracht der Farben und Formen auf den Betrachter die existenzielle Frage zurück: Was bist und was bedeutest Du, Mensch, seltsamstes aller Säugetiere?

    Text: Michael Neser

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