• Julius von Bismarck, Fluchtgeschwindigkeit (Escape Velocity), 2016, Videostill; Copyright: The Artist and Alexander Levy

    Julius von Bismarck, Fluchtgeschwindigkeit (Escape Velocity), 2016, Videostill; Copyright: The Artist and Alexander Levy

    Julius von Bismarck, Fluchtgeschwindigkeit (Escape Velocity) & Fluchtkörper #1 & #2, Installationsansicht im Nassauischen Kunstverein Wiesbaden 2016; Foto: Nassauischer Kunstverein Wiesbaden und Janine Drewes

    Julius von Bismarck, Landscape Painting (Desert) & Landscape Painting (Jungle), Installationsansicht im Nassauischen Kunstverein Wiesbaden 2016; Foto: Nassauischer Kunstverein Wiesbaden und Christian Lauer

    Andreas Wißkirchen, Such great heights, Installationsansicht im Nassauischen Kunstverein Wiesbaden 2016; Foto: Nassauischer Kunstverein Wiesbaden und Christian Lauer

    Andreas Wißkirchen, Such great heights, 2015, Inkjet Print; Copyright: The Artist

    Andreas Wißkirchen, Such great heights, 2015, Inkjet Print; Copyright: The Artist

    Janusch Ertler, Periferias Muirapiranga-Coipasa, 2015, Stuhl aus Brasilholz, Installationsansicht im Nassauischen Kunstverein Wiesbaden 2016; Foto: Nassauischer Kunstverein Wiesbaden und Janine Drewes

    Janusch Ertler, Periferias Muirapiranga-Coipasa, Installationsansicht im Nassauischen Kunstverein Wiesbaden 2016; Foto: Nassauischer Kunstverein Wiesbaden und Christian Lauer

    Janusch Ertler, Periferias Muirapiranga-Coipasa, 2015, Videostill; Copyright: The Artist

    Janusch Ertler, Periferias Muirapiranga-Coipasa, 2015, Videostill; Copyright: The Artist

    Thimo Franke, o.T., 2015-2016, Bücher, Terrarien, Pflanzen, Beleuchtung, Belüftung, Mehrfachsteckdosen, Installationsansicht im Nassauischen Kunstverein Wiesbaden 2016; Foto: Nassauischer Kunstverein Wiesbaden und Christian Lauer

    Thimo Franke, Detail: o.T., Installationsansicht im Nassauischen Kunstverein Wiesbaden 2016; Foto: Nassauischer Kunstverein Wiesbaden und Christian Lauer

    Mia Goyette, Fluid Conveyance, 2016, Installationsansicht im Nassauischen Kunstverein Wiesbaden 2016; Foto: Nassauischer Kunstverein Wiesbaden und Christian Lauer

    Mia Goyette, Pro tempere (drain), 2016, Installationsansicht im Nassauischen Kunstverein Wiesbaden 2016; Foto: Nassauischer Kunstverein Wiesbaden und Christian Lauer

    Rachel Pimm, Pre-composed Triple Dot Glyph & Macrobeads, Installationsansicht im Nassauischen Kunstverein Wiesbaden 2016; Foto: Nassauischer Kunstverein Wiesbaden und Janine Drewes

    Rachel Pimm, Pre-composed Triple Dot Glyph, Installationsansicht im Nassauischen Kunstverein Wiesbaden 2016; Foto: Nassauischer Kunstverein Wiesbaden und Janine Drewes

    Rachel Pimm, Macrobeads, Installationsansicht im Nassauischen Kunstverein Wiesbaden 2016; Foto: Nassauischer Kunstverein Wiesbaden und Janine Drewes

    Rachel Pimm, Macrobeads, 2016, Videostill; Copyright: The Artist

    Rachel Pimm, Macrobeads, 2016, Videostill; Copyright: The Artist

    It's all natural..., Installationsansicht im Nassauischen Kunstverein Wiesbaden 2016; Foto: Nassauischer Kunstverein Wiesbaden und Janine Drewes

    Tiril Hasselknippe, n.y.t., Installationsansicht im Nassauischen Kunstverein Wiesbaden 2016; Foto: Nassauischer Kunstverein Wiesbaden und Janine Drewes

    Tiril Hasselknippe, Untitled (green) & Untitled (red), Installationsansicht im Nassauischen Kunstverein Wiesbaden 2016; Foto: Nassauischer Kunstverein Wiesbaden und Christian Lauer

    Mathias Kessler, Sunset in Simulacrum_03. New York, Installationsansicht im Nassauischen Kunstverein Wiesbaden 2016; Foto: Nassauischer Kunstverein Wiesbaden und Christian Lauer

    Mathias Kessler, Sunset in Simulacrum_03. New York, 2014, 3D Computer Rendering, Tapete; Copyright: The Artist and Galerie Heike Strelow

    Elsa Salonen, Study of Eternal Cycle, Installationsansicht im Nassauischen Kunstverein Wiesbaden 2016; Foto: Nassauischer Kunstverein Wiesbaden und Christian Lauer

    Elsa Salonen, Study of Eternal Cycle, Installationsansicht im Nassauischen Kunstverein Wiesbaden 2016; Foto: Nassauischer Kunstverein Wiesbaden und Christian Lauer

    Elsa Salonen, Study of Eternal Cycle, 2015; Copyright: The Artist

    Elsa Salonen, Detail: Study of Eternal Cycle, 2015; Copyright: The Artist

    Anna-Lisa Theisen, Coral bleaching, Installationsansicht im Nassauischen Kunstverein Wiesbaden 2016; Foto: Nassauischer Kunstverein Wiesbaden und Christian Lauer

    Anna-Lisa Theisen, Coral bleaching & Waste-vest, Installationsansicht im Nassauischen Kunstverein Wiesbaden 2016; Foto: Nassauischer Kunstverein Wiesbaden und Christian Lauer

    Anna-Lisa Theisen, Coral bleaching, 2016, Färbemittel und Bleiche auf Stoff; Copyright: The Artist

    Zoë Field, Ornament X, Ornament O, Ornament Z, Installationsansicht im Nassauischen Kunstverein Wiesbaden 2016; Foto: Nassauischer Kunstverein Wiesbaden und Janine Drewes

    It's all natural . . . /


    05. November 2016 bis 11. Dezember 2016

    Eröffnung / Freitag, 4. November 2016, ab 18 Uhr

  • Julius von Bismarck / Janusch Ertler / Zoë Field / Thimo Franke /
    Mia Goyette / Tiril Hasselknippe / Mathias Kessler / Rachel Pimm /
    Elsa Salonen / Anna-Lisa Theisen / Andreas Wißkirchen

    Was bedeutet es, wenn die Nachahmung natürlicher Elemente zum künstlerischen Sujet wird? Welche Aussage treffen zeitgenössische „Naturbilder“ über das Verhältnis Natur – Kultur?

    Ausgehend von dem weiten Bedeutungsspektrum des Begriffs „Natur“ als Gegensatz zum Menschen, als kulturell relatives, letztlich gesellschaftlich produziertes Konstrukt, bis hin zur Idee der Natur als symbiotischer Mitwelt, werden zahlreiche Facetten eines aktuellen Naturbegriffes beleuchtet. Unterschiedliche Pfade eröffnen den Blick auf visionäre Lichtungen zeitgenössischer Positionen und führen bis ins dichte Unterholz des Beziehungsgeflechtes Mensch und Natur. Natürliche Ausgangsmaterialien werden durch Computeranimationen, digitale Prints und Fotobearbeitungen sowie andere technische Verfahren neu interpretiert, in industriell gefertigten Objekten nachgeahmt oder symbolisiert, analog durch malerische oder bildhauerische Techniken zitiert oder schließlich vollständig ersetzt. Die Grenzen zwischen Natürlichem und Technisch-Künstlichem werden erforscht und das Einwirken des Menschen auf Naturphänomene hinterfragt. Die Kunstwerke verorten sich dabei aus einer zeitgenössischen Perspektive in diesem Diskurs, der sich beispielsweise mit der steigenden Einflussnahme des Menschen im geoglobalen Sinn oder dem Rückgang natürlicher Ressourcen befasst. Einige menschliche Eingriffe in die natürlichen Abläufe sind so massiv, dass die Naturwissenschaft von einem neuen, vom Menschen geprägten Erdzeitalter spricht. Dieses wird unter dem nicht unumstrittenen Konzept des Anthropozäns zusammengefasst, welches zum einen auf die Verantwortung aufmerksam macht, die mit der Intervention des Menschen einhergeht und zum anderen die politische und gesellschaftliche Brisanz der Frage nach dem Verhältnis zwischen Kultur und Natur verdeutlicht. Die Problematik der Menschheit als eine die Erdgeschichte formende Gewalt rückt somit interdisziplinär in den Fokus. Nicht länger sind es allein Naturwissenschaftler, die sich mit ihr befassen, insbesondere die Kultur scheint zunehmend in der Pflicht, die Überlegungen des Anthropozäns aufzugreifen.

    Innerhalb der Gruppenausstellung offenbart sich in den zum Teil poetischen Transkriptionen einerseits eine zukunftsweisende Einheit von Mensch und Natur, indem Natur künstlerisch in eine neue Materialität übersetzt wird. Beton, Fiberglas oder Epoxidharz lassen Assoziationen mit Stoffen wie Wasser oder Blättern von Unterwasserpflanzen zu und transferieren diese Elemente in ihrer Ästhetik in neue Aggregatzustände. Die symbiotische Verknüpfung und Abhängigkeit von technischen Errungenschaften zu natürlichen Ressourcen scheint hier angedeutet. Andererseits klingt ausgehend von der illusionären Idee der Überwindung aller Bindungen des Menschen an Naturgesetze in der Praxis des Imitierens sowie in offensichtlichen Momenten der Täuschung eine Dissonanz in der Beziehung von Mensch und Natur an. In nachgestellten Szenerien oder der Metamorphose von Materialien entsteht ein Spannungsfeld von Abbild und Realität, das auf ein möglicherweise gestörtes Verhältnis hindeutet – der Konflikt zwischen „natürlicher“ und „menschlicher“ Ordnung. Denn wenn der Mensch mit seiner Kultur in nahezu alle Bereiche der Natur einwirkt, ist eine Trennung aufgehoben und somit die Kultur der Natur zugehörig – und umgekehrt. Umso paradoxer scheint es, dass die untrennbare Beziehung von beidem noch nicht erkannt wurde und angenommen werden kann, dass das Verhältnis weit entfernt von einem harmonischen Gleichklang ist.

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