• Lena Liv / A little bit of blue. Ausgewählte Arbeiten


    21. Mai 2000 bis 02. Juli 2000

    kuratiert von Josefine Raab

  • Woher kommt sie – die Magie in Lena Livs Arbeiten? Entsteigt sie den geheimnisvoll-dunklen Bildräumen, aus denen uns Gesichter, Maschinenteile und elementare Gegenstände des täglichen Lebens entgegen wachsen? Verbirgt sie sich im Geist, den ihre Werke atmen?

    "A little bit of blue" zeigt jüngste Arbeiten der 1952 in Leningrad geborenen und sein vielen Jahren in Italien und Israel lebenden Künstlerin – mehrteilige Wandtafeln, Objekte aus Eisen und handgemachtem Papier, in Stahl gefasste Fotoarbeiten.

    Nicht das individuelle, sondern das Universelle ist Gegenstand ihrer bildnerischen Befragung. Ein Gesicht erzählt etwas über die Geschichte und das Schicksal aller Menschen. Ein Gegenstand birgt in sich jenes "Geistige der Materie", auf dessen Spuren sich auch Joseph Beuys befand. Was Lena Liv in ihren Arbeiten zur Sprache bringt und ans Licht holt, ruht verborgen in der Erinnerung eines kollektiven Bewusstseins.

    Seit vielen Jahren verfolgt sie konsequent die ihr eigene Bildsprache: Auf Flohmärkten und Speichern, in Kellern und vergessenen Archiven findet Liv die Fotografien, die ihr als Ausgangsmaterial dienen. In zahlreichen Arbeitsprozessen filtert sie das heraus, was sie als "das Wesentliche", als den Kern ihrer Erforschung und künstlerischen Transformierung erachtet.

    Blau ist die einzige Farbe, die sie dem strikten Schwarz/weiß ihrer Arbeiten gelegentlich hinzufügt. "Je tiefer das Blau wird, desto mehr ruft es den Menschen in das Unendliche", schreibt Kandinsky in "Über das Geistige in der Kunst". In Lena Livs Werken dient das Blau als Sinnbild der geistigen Vertiefung und Konzentration, auf deren Spur sie den Betrachter führt. Gleichzeitig bricht es die stille, oft zwingende Macht der Bilder.

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