• Installationsansicht, 2013, © Thorsten Jansen

    Installationsansicht, 2013, © Thorsten Jansen

    Installationsansicht, 2013, © Thorsten Jansen

    Installationsansicht, 2013, © Thorsten Jansen

    Installationsansicht, 2013, © Thorsten Jansen

    Installationsansicht, 2013, © Thorsten Jansen

    Naneci Yurdagül / BURQUOI


    04. November 2012 bis 16. Dezember 2012

    Eröffnung am Samstag, den 3. November 2012, 17 bis 20 Uhr

  • Hintersinnig und ironisch reflektiert Naneci Yurdagül  in seiner Arbeit gesellschaftliche, soziale und politische Gegebenheiten und deren Wandel, die immer auch Spuren seiner eigenen Biographie sind. Einen Schwerpunkt der künstlerischen Auseinandersetzung bilden dabei Themen um nationale und religiöse Identität, Migration, gesellschaftliche Exklusion, kulturelle Aneignung und Misstrauen, die er konstant aufgreift und kritisch verhandelt, nicht selten in Bezug auf aktuelle öffentliche Debatten, um in den gesellschaftlichen Diskurs einzugreifen. Seine künstlerischen Ausdrucksformen umfassen nahezu alle Medien wie Performance, Film, Malerei, Fotografie, Skulptur und Installation, mit denen er gezielte Impulse setzt.

     

    In seiner als Rundgang konzipierten Installation im Kunstverein Wiesbaden rückt Naneci Yurdagül das Phänomen kultureller Aneignung „musterhaft“ in den Mittelpunkt und eröffnet neue Perspektiven auf vermeintlich Fremdes, indem Vertrautem sprichwörtlich der Spiegel vorgehalten wird. Das religiöse Dogma des Bilderverbots, was einst alle monotheistischen Religionen einte, kulturell jedoch verschiedene (künstlerische) Ausprägungen hatte und seit Jahrhunderten und bis zum heutigen Tag Konfliktpotenzial birgt, wird bei Yurdagül nicht nur zum formalen Ausgangspunkt der Ausstellung, sondern zum klarsichtigen Abbild eines gesellschaftlichen Zustands, der geprägt ist von Angst, stereotypen Vorurteilen bis hin zu Zynismus. Die Konsequenzen hieraus reichen von gelenkter Raserei über brennende Botschaftsgebäude und Nationalembleme bis hin zur „Verteidigung der deutschen Freiheit am Hindukusch“ als ultima ratio.
    Das strikte Gebot performativen Mitwirkens, dass der Künstler unumgänglich an sein Publikum, noch vor Eintritt in die Ausstellung, richtet, bietet nicht nur die unmittelbare Konfrontation, sondern auch ein anonymisiertes Eintauchen in eine „Erlebniswelt“, in der bitteres und köstliches nah beieinander liegen. Die Sprache wird hierin zu seinem Kunstgriff, mit der er selbst dann noch wortwitzig Stellung bezieht, wenn er sie mit einem Verbot belegt. Spätestens bei der Betitelung wird das scheinbar Bekannte in seinem neuen Kontext zu etwas völlig Fremden, zu etwas ganz anderem als die ursprüngliche Bedeutungsebene suggeriert – „Denkmuster“ werden hinterfragt.

     

    Naneci Yurdagül (*1979, Frankfurt a. M.) schloss 2011 sein Studium an der Hochschule für Bildende Künste – Städelschule als Meisterschüler von Tobias Rehberger ab. Bereits 2010 war er im Rahmen der Gruppenausstellung Too Fat Too Fit im Kunstverein Wiesbaden zu Gast, worauf seine Einzelausstellung formal Bezug nimmt. Arbeiten von ihm waren u.a. im Museum of Modern Art, Tel Aviv, in den Opelvillen in Rüsselsheim, im Frankfurter Portikus und an der Volksbühne in Berlin zu sehen. 2011 wurde er mit dem Linklaters Prize ausgezeichnet. Er lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.

     

    Kuratiert von Sara Stehr & Elke Gruhn

     

    Mir freundlicher Unterstützung der Nassauischen Sparkasse

     

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