• Jinoos Taghizadeh, Filmstill "Good Night" aus der Serie "Rock, Paper, Scissor", 2009.

    Jinoos Taghizadeh, Filmstill "Good Night" aus der Serie "Rock, Paper, Scissor", 2009.

    NKVextra

    Jinoos Taghizadeh / Black Box


    05. November 2016 bis 11. Dezember 2016

    Eröffnung / 12. November 2016, um 18 Uhr

     

    In Kooperation mit dem exground filmfest 29 /
    11. - 20. November 2016

  • Einen Einblick in die vielschichtige Arbeit der in Teheran lebenden Künstlerin Jinoos Taghizadeh (*1971, Teheran) zeigt das NKVextra parallel zum exground Filmfestival 2016. In ihrer Arbeit sucht sie einen Weg der Schlichtungen zwischen der Realität, den Tatsachen und den Spinnfäden des gesellschaftlichen Systems ihrer Heimat.

    Drei filmische Arbeiten zeigen einen Ausschnitt der Vielseitigkeit ihres künstlerischen Ansatzes, der stets die iranische Gesellschaft ins Blickfeld rückt. In Nazr dokumentiert sie eine Performance aus dem Jahr 2003, die sich mit der Bedeutung des Begriffs „Nazr“ (Farsi für „Opfer/Gabe“, aber auch das Verb „warnen“) auseinandersetzt und das islamische Konzept des Opfers einer weniger wertvollen Gabe in der Erwartung eine Gabe von höherem Wert zu erhalten, filmisch umsetzt. 

    Die Videoarbeit Good Night (2009) aus der Serie Rock, Paper, Scissors („Schere, Stein Papier“) entstand anlässlich des 30. Jahrestages der Iranischen Revolution. Zu hören ist zunächst die Melodie eines Schlafliedes, das von einer Frau gesungen wird, das Bild zeigt die leichte Armbewegung, um die Wiege in Bewegung zu halten. Doch hinter der einschläfernden Melodie des Gesangs verbergen sich Revolutionshymnen.

    In der jüngeren Arbeit Production Line von 2015 zeigt Jinoos Taghizadeh den scheinbaren Dokumentarfilm vom traditionellen Herstellungsprozess einer Bronzeskulptur. Von Ironie gekennzeichnet ist jedoch die Wahl des eigentlichen Objektes, denn der Bronzeguss entsteht in aller Sorgfalt nach dem Vorbild mehrerer Stücke Hundekot.

    Jinoos Taghizadeh (*1971, Teheran) setzt sich mit der Welt nicht nur als Künstlerin, sondern auch in ihrer Rolle als Iranerin auseinander. Sie versteht ihre Arbeit als eine multisensorische Erfahrung, die nicht zwischen Bildern, Wörtern, Texten und Klängen unterscheidet. Die Schwierigkeiten als Künstlerin im Iran ihre Arbeit öffentlich wirksam zu visualisieren, umgeht sie, indem sie durch die geschickte Verknüpfung bereits vorhandener Narrative (Tondokumente) mit persönlichen Bildern scheinbar harmlose Arbeiten produziert, es entstehen „mind maps“.

    Jinoos Taghizadeh war bereits auf internationalen Ausstellungen zu sehen, dennoch bleibt die Basis ihres Schaffens der Iran, wo sie sich über ihre eigene Arbeit hinaus auch für die Durchsetzung anderer künstlerischer Projekte engagiert.

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