• Bjørn Melhus, FREEDOM & INDEPENDENCE, 2014, 4K-Digitalvideo, Farbe, Ton, 15 Min., Courtesy und ©: Der Künstler und VG Bild-Kunst, Bonn

    Bjørn Melhus, FREEDOM & INDEPENDENCE, 2014, 4K-Digitalvideo, Farbe, Ton, 15 Min., Courtesy und ©: Der Künstler und VG Bild-Kunst, Bonn

    Bjørn Melhus, FREEDOM & INDEPENDENCE, 2014, 4K-Digitalvideo, Farbe, Ton, 15 Min., Courtesy und ©: Der Künstler und VG Bild-Kunst, Bonn

    NKVextra

    Bjørn Melhus /

    FREEDOM & INDEPENDENCE


    16. März 2018 bis 29. April 2018

    Eröffnung / Donnerstag, 15. März 2018 / 18 bis 20 Uhr

     

  • „In einer Tour de Force mit Elementen aus Märchenfilm, Musical, Komödie und Horror durchforstet dieser Highdefinition-Trip unsere globale Psyche nach abgespeicherten Heilsversprechen, Kindheitstraumata und der Arbeitsethik unter Selbstoptimierungszwängen.“

    Der experimentelle Science-Fiction-Kurzfilm FREEDOM & INDEPENDENCE von Bjørn Melhus (*1966, Kirchheim unter Teck) hinterfragt Ideologien eines religiös geprägten Kapitalismus. Ideen und Zitate der selbsternannten objektivistischen Philosophin und Schriftstellerin Ayn Rand werden dabei mit evangelikalen Inhalten US-amerikanischer Mainstream-Filme konfrontiert.

    Das zeitgenössische Märchen, in dem Melhus alle Figuren selbst spielt, wurde unter anderem in Istanbul und in einem Berliner Leichenschauhaus gedreht. Vor dem Hintergrund einer unergründlichen Megalopolis zitieren die Protagonisten aus Konzepten des neoliberalen Elitismus, kombiniert mit einer Mischung aus religiösen Wahnvorstellungen und apokalyptischen Halluzinationen, wobei die Handlung assoziativ aufgebaut ist. Der Film beginnt in einem sakralen Raum, in dem Randi, eine Figur, die auf Ayn Rand verweist, ein parapsychologisches Medium in zwei digitale Wolken verwandelt und sie auf die Reise durch die Megalopolis schickt. Dort materialisieren sie sich als zwei Körper, die die Namen Mr. Freedom und Ms. Independence tragen.

    Die in der Transformation begriffene Großstadt zeigt sich dabei als nur nach kapitalistischen Interessen gestaltet, so wird die Öffentlichkeit beispielsweise durch kapitalistisch motivierte Privatisierungen bedroht. Die vermeintliche Rettung steht den Figuren jedoch bevor.


    Über den Künstler /
    Ursprünglich aus dem experimentellen Film kommend, absolvierte Bjørn Melhus (*1966, Kirchheim unter Teck) von 1988 bis 1997 ein Studium der Freien Kunst in der Film- und Videoklasse von Birgit Hein an der HBK Braunschweig. Sein Werk umfasst Filme, Videos und Installationen, die international auf zahlreichen Festivals sowie in Gruppen- und Einzelausstellungen gezeigt wurden, u.a. Biennale in Venedig (1998/2011), Biennale in Istanbul (2003), MoMA, New York (2003), Whitney Museum, New York (2003), Centre Pompidou, Paris (2006), Museo Tamayo, Mexico City (2007), dem Nam Jun Paik Art Center, Seoul (2014) u.v.m. Bjørn Melhus lebt und arbeitet in Berlin und ist seit 2003 Professor für Virtuelle Realitäten, Studiengang Bildende Kunst, an der Kunsthochschule Kassel.

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