• Emma Eubanks, Big Shot, 2018 / Courtesy und ©: Die Künstlerin

    NKVextra

    Emma Eubanks / For the Culture


    13. Juli 2018 bis 15. Juli 2018

    Eröffnung / 12. Juli 2018, 19 Uhr

  • In ihrer ersten Einzelausstellung in Europa zeigt Emma Eubanks eine Auswahl an Illustrationen und einen Animationsfilm, anhand derer sie den popkulturellen Einflüssen zur Konstruktion einer afroamerikanischen Kultur in den USA kritisch nachspürt.

    Als 2013 die internationale Black Lives Matter-Bewegung von der afroamerikanischen Gemeinschaft zum Schutz vor Gewalt gegen Schwarze in den USA gegründet wurde und dadurch öffentliche Diskussionen und Handlungen folgten, war Emma Eubanks gerade 18 Jahre alt.
    Der landesweite Aufschrei über die Misshandlung von Afroamerikaner_innen wurde mit jeder Tötung einer schwarzen Person durch die Polizei weiter angeheizt.
    Während dieser Zeit des Protests und politischer Reformen, besonders auch in ihrer Heimatstadt –  Minneapolis und St. Paul, entfachte ein akutes und ständiges Bewusstsein für die Probleme schwarzer Amerikaner_innen bei ihr. Obwohl ihre Arbeiten nicht immer unmittelbar darauf verweisen, bilden diese Spannungen und das daraus resultierende Hyperbewusstsein von Ethnizität den Kontext ihrer Arbeit.

    Durch ihre Sicht –  der Perspektive einer jungen Amerikanerin gemischter ethnischer Herkunft –  wird die Faszination für die Popkultur spürbar: Im Mittelpunkt stehen Beziehungen zwischen Jugendkultur, städtischem Leben und Darstellungen des schwarzen Körpers an sich, in Zeiten, in denen große Anteile der amerikanischen Entwicklung, durch die Unterhaltungs- und Marketingindustrien geprägt ist. Diese stützen sich bewusst auf Konstruktionen von weißer und schwarzer Kultur, um einerseits vorhandene kulturelle Zuschreibungen für sich zu nutzen und andererseits neue zu definieren.

    In ihrer Arbeit wird der zyklische Verlauf der Beziehungen zwischen populären Medien und denen, die sie konsumieren, zum Gegenstand der Betrachtung. So reflektiert sich Emma Eubanks selbst sowohl als Produkt als auch Kritikerin ihrer Zeit.

    Für den Kunstverein konzipierte sie einen Raum, der wie eine Konzentration auf die sie täglich umgebenden Medien auf dem Weg zwischen den Twin Cities von
    Minnesota wirkt. Die Bilderfluten abgebildeter schwarzer Prominenter spiegeln dabei weder die Bevölkerung der Twin Cities wieder, noch nehmen sie einen
    präzisen Bezug auf die Realität der afroamerikanischen Gemeinschaft, in der politische wie soziale Unruhen für viele von ihnen zum Alltag gehören.

    „Dies exemplifiziert eine lange Geschichte in den Vereinigten Staaten, in der die Kunst und die physische Präsenz der schwarzen Amerikaner_innen zwar für ihren Unterhaltungswert geschätzt werden, gleichzeitig jedoch auf jede andere Art und Weise aktiv abgewertet werden“, so Eubanks. Die  Ausstellung bezieht sich auf den Moment, in dem sich Afroamerikaner_innen der Kluft zwischen den Darstellungen ihrer vermeintlichen Lebenswirklichkeit und den real existierenden Bedingungen ihres Lebens bewusst werden. In der Repräsentation dieser Welt reflektiert die Künstlerin, wie sie selbst im Kontext der amerikanischen Kultur zu den ausbeutenden und diskriminierenden Aspekten von Medien beiträgt.

    Emma Eubanks (*1996, St. Paul) studiert Illustration und Animation am Minneapolis College of Art and Design. Ihre Arbeiten wurden in mehreren Galerien innerhalb der Hochschule sowie in der Public Functionary (Minneapolis) und der BI Worldwide Gallery (Edina) ausgestellt. Im Rahmen der Buchausstellung Best Friends Show am Minneapolis College of Art and Design wird sie in diesem Jahr weitere Arbeiten vorstellen. Derzeit ist sie Stipendiatin des Programms WorkART Kunstverein Fellowship 2018, das von der Arbeitsgemeinschaft deutscher Kunstvereine (ADKV) in Kooperation mit dem Center for German and European Studies (DAAD) der Twin Cities (Minneapolis / St. Paul) 2011 ins Leben gerufen wurde. Darin absolvieren ausgewählte amerikanische Studierende ein mehrwöchiges Praktikum in einem deutschen Kunstverein, um Einblicke in die einzigartige Institution Kunstverein als mitgliederbasierte Non-Profit-Organisation zu erhalten und das kulturelle Leben in Deutschland kennenzulernen.


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