• Pia Ferm, Baldino, 2018, Detailansicht, Courtesy und ©: Die Künstlerin

    Pia Ferm, Baldino, 2018, Detailansicht, Courtesy und ©: Die Künstlerin

    Pia Ferm, good breed, 2018, Installationsansicht, Courtesy und ©: Die Künstlerin, Foto: Janine Drewes.

    Pia Ferm, good breed, 2018, Installationsansicht, Courtesy und ©: Die Künstlerin, Foto: Janine Drewes.

    Pia Ferm /

    good breed


    12. April 2019 bis 12. Mai 2019

    Eröffnung / Donnerstag, 11. April 2019, ab 18 Uhr

  • Pia Ferms handgetuftete Wandteppiche bewegen sich zwischen Skulptur und Malerei, verbinden sie die Traditionen der Bildteppiche mit dem Genre des Stilllebens innerhalb der Malerei.

    Während die traditionelle Teppichwirkerei oder -weberei zu den ältesten Handwerkskünsten der Menschheit gehört, bedient sich die Künstlerin mit dem Tufting einer relativ modernen, oftmals industriell genutzten Technik. Während sie über das durch diese Methode entstehende Relief in den Bereich der Skulptur vordringt, erinnern vor allem der gestische Ausdruck in den Teppichen sowie deren Präsentation an der Wand an Malerei, erweitert jedoch um eine räumliche und verführerisch haptische Qualität.

    Grundlage für die Motive Pia Ferms sind, der Tradition der Wandteppiche folgend, Gemälde, wobei die Idee der Übersetzung von abstrakten Motiven in textiles Gewebe bereits von den Künstler*innen des Bauhauses weiterentwickelt wurde. Einer Skizze folgend entwirft sie abstrahierte Aquarellstillleben, die sich motivisch in ihrer Leichtigkeit der Schwere des wollenen Objekts entgegenstellen. Dieser Gegensatz findet sich ebenfalls in ihren Marmorskulpturen: Trotz der Schwere des Materials ist ihr Ausdruck leicht, pastellig und spielerisch, indem sie comichaft die Alltagsobjekte der Teppichmotive aufnehmen und das gewichtige Erbe der antiken Skulptur unbeschwert überspielen.

    So speisen sich die ableitbaren Motive sowohl der Teppiche als auch der Skulpturen aus der gleichen, von Pia Ferm geschaffenen, Bildwelt – das Motiv des Kamms greift sie beispielsweise in beiden Medien auf –, sodass sie das Bild als solches aus unterschiedlichen bildhauerischen Praxen heraus erforscht.  
    Mit dem Titel good breed verweist Pia Ferm auf den Schaffensprozess hinter ihren Arbeiten, den sie mit Methoden der Pflanzen- oder Tierzucht vergleicht. Es handelt sich um einen langfristigen und kontrollierten Prozess, der es ihr durch die Wiederholung ihrer Themen und Motive erlaubt, diese immer weiter zu verfeinern und weiter zu entwickeln. Die Einzellausstellung versammelt Werke der letzten zwei Jahre, die als Ergebnisse ihrer eigenen züchterischen Arbeit gelesen werden können.

    Pia Ferm (*1986, Lysekil, SE) studiert seit 2014 in der Klasse Tobias Rehberger an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste - Städelschule, Frankfurt am Main, nachdem sie zuvor ein Studium an der Dômen artschool, Göteborg absolvierte. Sie stellte bereits in Schweden, Österreich und Deutschland aus. Sie lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.

     

     

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