• Jennilyn Olayres hält ihren Partner Michael Siaron, 30, einen Fahrradrikschafahrer, der von unbekannten, bewaffneten Motorradfahrern entlang des Pasay Rotonda, EDSA am 23. Juli 2016 erschossen wurde. Neben dem Körper des Opfers wurde ein Schild hinterlassen, auf dem stand: „Drug pusher ako, wag tularan“ (Ich bin ein Drogendealer, mach mich nicht nach)., ©: Raffy Lerma

    Raffy Lerma, Nightshift, Nassauischer Kunstverein Wiesbaden 2018, Foto: Janine Drewes

    Raffy Lerma, Nightshift, Nassauischer Kunstverein Wiesbaden 2018, Foto: Janine Drewes

    Raffy Lerma, Nightshift, Nassauischer Kunstverein Wiesbaden 2018, Foto: Janine Drewes

    Raffy Lerma, Nightshift, Nassauischer Kunstverein Wiesbaden 2018, Foto: Janine Drewes

    Raffy Lerma, Nightshift, Nassauischer Kunstverein Wiesbaden 2018, Foto: Janine Drewes

    Raffy Lerma, Nightshift, Nassauischer Kunstverein Wiesbaden 2018, Foto: Janine Drewes

    Raffy Lerma, Nightshift, Nassauischer Kunstverein Wiesbaden 2018, Foto: Janine Drewes

    Die Familie des mutmaßlichen Drogenhändlers Paul Lester Lorenzo trauert, nachdem er in einer Operation gegen illegalen Drogenhandel von der Polizei in Manila am 17. August 2016 getötet wurde. Lorenzo, der zusammen mit Danny Laurente getötet wurde, schoss angeblich nach dem Drogendeal auf die Polizisten. Laut dem Bericht wurden zehn Päckchen von „shabu“, ein einheimischer Begriff für Methamphetamin, bei den Opfern gefunden., ©: Raffy Lerma

    Eine nähere Betrachtung der .38-Kaliber-Pistole, die angeblich vom Polizisten und mutmaßlichen Drogendealer Bobby Orit bei einer Schießerei während einer Buy-Bust-Operation am 21. Juli 2016 verwendet wurde. Orit und sein Komplize Danilo Quevarra wurden getötet, nachdem sie angeblich auf einen Polizisten, der eine verdeckte Operation durchführte, schossen. Orit war ungenehmigt vom Polizeidienst ferngeblieben und stand auf der Drogen-Beobachtungsliste der Gemeinde., ©: Raffy Lerma

    Raffy Lerma / Nightshift


    09. November 2018 bis 16. Dezember 2018

    Eröffnung / Donnerstag 08. November / ab 18 Uhr

    In Kooperation mit dem
    exground filmfest 31
    16. bis 25. November 2018



    Gefördert vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain.

  • Raffy Lermas Foto von Jennilyn Olayres, die ihren Lebensgefährten Michael Siaron, einen Rikscha-Fahrer und beschuldigten Drogenhändler, im Arm hält, der am 23. Juli 2016 von bewaffneten Unbekannten erschossen wurde, erlangte internationale Aufmerksamkeit. Die Fotografie erinnert an christliche Pietà-Darstellungen und diente so als Symbolbild für das Leid der vornehmlich armen Bevölkerung der Philippinen unter der gewaltsamen Umsetzung der Politik von Präsident Rodrigo Duterte. Erstmals werden seine Fotografien in einer institutionellen Einzelausstellung gezeigt.

    Raffy Lerma (*1978, Manila) bezeugt als Teil der Nightshift Group, einer Gruppe von nachtaktiven Fotojournalisten, in eindringlichen Bildern die Umsetzung und Auswirkung der Anti-Drogen-Politik des philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte. Die dokumentarischen Fotografien nehmen die Opfer des strikten Regierungskurses in den Blick. Vordergründig zeigen sie Gewalt, Blut und Leichname, rücken dabei aber zugleich die Hinterbliebenen in ihrer tiefsten Trauer in den Fokus. Kurze beschreibende Texte zu den Ereignissen legen die Zusammenhänge der Fotografien offen.

    Das bekannteste Foto Lermas sprach der philippinische Präsident sogar in seiner offiziellen Antrittsrede an – und wies es als übertrieben dramatisch zurück. Rodrigo Dutertes Wahlkampagne konzentrierte sich auf seine Forderung nach einem harten Durchgreifen gegen Kriminalität und Korruption. Zentrales Element war die Ankündigung, den Drogenhandel konsequent zu bekämpfen, ein Ziel, das laut Duterte auch staatliche Gewalt rechtfertige. Seit er im Mai 2016 an die Macht kam, wurden laut Human Rights Watch schätzungsweise 12.000, zumeist aus armen Verhältnissen stammende, mutmaßliche Drogenkonsumenten und -händler getötet – in den häufigsten Fällen von „bewaffneten Unbekannten“.

    Die Nightshift Group, benannt nach ihrer Arbeitszeit von 21 bis 5 Uhr, tritt für die Humanisierung dieser Opfer ein und fordert Rechenschaftspflicht der Regierung. Das informelle Kollektiv von Fotojournalist_innen, Journalist_innen und Filmemacher_innen hat sich in den ersten Monaten des philippinischen Drogenkrieges zusammengeschlossen, um Informationen zum neuesten Tatort, geplanten Polizeieinsätzen, Namen und Details von Opfern zu sammeln und die Taten zu dokumentieren. Ihre Bilder haben die brutale Realität von Dutertes Vorgehen gegenüber der Öffentlichkeit sichtbar gemacht und notwendiges Beweismaterial für Menschenrechtsgruppen geliefert, die die steigende Gewalt verurteilen.

    In Kooperation mit dem exground filmfest 31 zeigt der Nassauische Kunstverein Wiesbaden anlässlich des diesjährigen Länderschwerpunkts Philippinen drei Einzelausstellungen philippinischer Künstler_innen, Journalist_innen und Aktivist_innen. Martha Atienza, Kiri Dalena und Raffy Lerma reflektieren in Videos und Fotografien die politische und soziale Lage ihrer Heimat.

    Über den Künstler /
    Der Fotojournalist Raffy Lerma (*1978, Manila) begann seine Karriere bereits während seines Studiums für Visuelle Kommunikation am College of Fine Arts der University of the Philippines Diliman mit Berichterstattungen über Straßenproteste, die 2001 zum Sturz des früheren Präsidenten Joseph Estrada führten. Er arbeitete zunächst als Fotograf und später als Bildredakteur für die Philippinen Collegian, die offizielle Studentenpublikation der Universität Diliman. 2004 war Lerma der philippinische Vertreter für World Press Foto - Asia Europe Foundation Forum for Young Photographers in Hanoi, Vietnam. 2007 schloss er sein Diplom in Fotojournalismus am Konrad Adenauer Asian Centre for Journalism an der Ateneo de Manila University ab. Raffy Lerma arbeitete zwölf Jahre lang als Fotograf für den Philippine Daily Inquirer, bevor er sich 2017 selbstständig machte, um sich als Teil der Nightshift Group auf seine Dokumentation des Drogenkriegs auf den Philippinen zu konzentrieren. Lerma hat in verschiedenen Teilen der Philippinen und der Welt Vorträge gehalten, um einem breiten Publikum die Wirklichkeiten des Drogenkriegs in seinem Heimatland zu vermitteln. Er lebt und arbeitet in Manila.





     

     

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