• Hee-Seon Kim / Mu-a-zi-kyong / non-self situation


    01. December 2002 to 12. January 2003

    curated by Elke Gruhn

  • Die interaktive Videoinstallation von Hee-Seon Kim (*1966, Busan, Süd-Korea) kombiniert die für das Projekt komponierte Musik für Cello mit wandfüllenden Aufnahmen der spielenden Hände des Musikers. Durch die Besucher der Installation wird die extatisch auf- und abschwellende Dynamik des Bildes und der Musik generiert.

    Im Raum zu hören ist eine Musik mit einer außerordentlichen Dynamik bis hin zum ekstatischen Klangbild für ein Solo-Cello. Die Komposition basiert auf einer Modulstruktur und ist so konzipiert, dass sich einzelne Sequenzen abrufen und kombinieren lassen, ohne dass sich ein Bruch in der musikalischen Struktur wahrnehmen lässt. Im Raum zu sehen ist die Makro-Aufnahme der Hände eines Cello-Spielers, bildfüllend. Mit nur geringer Tiefenschärfe bewegt sich die Aufnahme ständig zwischen konkretem Realismus und Abstraktion.

    "Mu A Zi Kyong" lautet eine sehr gebräuchliche koreanische Redewendung. Sie beschreibt den Zustand des "Sich-Vertiefens", "Sich-Vergessens", hergeleitet aus buddhistischem Gedankengut. Der Titel der interaktiven Video-Klang-Installation, die Hee-Seon Kim in Zusammenarbeit mit Theodor Pauß, dem Cellisten Oliver Mascarenhas sowie dem Programmierer Yun-Chul Kim für den NKV realisiert, spielt auf den Moment an, der nicht mehr durch das Individuum selbst gesteuert ist: "non self situation" ist der Moment des Geschehenlassens, des Versinkens in den großen Gesamtzusammenhang.

    Die Musikmodule, immer in Verbindung mit den entsprechenden Bildern, sind so programmiert, dass die Dynamik der Musik mit der jeweiligen Besucherzahl korrespondiert; konkret bedeutet das: Je mehr Besucher den Raum betreten, desto ekstatischer wird das Klangbild. Analog zur anschwellenden Musikebene wird auch die Videoaufnahme zunehmend abstrakter erscheinen. Die Dynamik wird konsequent durch die eintretenden Besucher gesteuert werden, - aber zusätzlich ist die programmierte Modulstruktur auch vom Zufall beeinflusst, so dass eine ständige Wiederholung ausgeschlossen ist.

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