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slow motion / Perspektiven des Langsamen
Esther Beutz / Sung Hyung Cho / Knopp Ferro / Linda Opgen-Rhein / Nora Schattauer / Michael Wesely
21.10.-02.12.2001

Kuratorin: Elke Gruhn
mit -> Publikation

Time is money lautet die Erkenntnis der Neuzeit und gilt zweifellos auch in einem wirtschaftlichen Produktionssystem, in dem derjenige "gewinnt", der in immer kürzeren Zeiträumen immer mehr produziert. Mit der industriellen Produktion und ihrer Eigenlogik entstanden, überträgt sich diese Maxime auf andere Lebensbereiche im Highspeedzeitalter.

Trotz konstant zunehmender Geschwindigkeit der vom Menschen gesteuerten Aktionen bleiben immer weniger Freiräume - anstelle eines Zeitgewinns wird allgemein zunehmender Zeitmangel beklagt. Es stellt sich die Frage, wie man nach die Abläufe „entschleunigt“. Verharren, Luft holen und Richtungswechsel sind mögliche Formen.

Esther Beutz, Sung Hyung Cho, Knopp Ferro, Linda Opgen-Rhein, Nora Schattauer und Michael Wesely eröffnen im Nassauischen Kunstverein Perspektiven des Langsamen:

Sung Hyung Cho (Jg.1966, Frankfurt) drehte über den Zeitraum von drei Monaten in Frankfurter U-Bahn-Stationen und zeigt die "hundert gängigsten Arten, die U-Bahn zu verpassen".... eine Allegorie auf das „Nicht-schnell-genug-gewesen-sein“? Mit Ironie und Abstand nähert sie sich aus asiatischer Perspektive der eiligen Eingleisigkeit der westlichen Welt. "Take Me" führt den Menschen in eine zur Beschleunigung der Fortbewegung kreierte Unterwelt. Aber die Türen schließen sich, bevor der Mensch den Zug betreten kann. Die im voraus geplante Linearität des Zeitpfeils wird gestoppt und die sich wiederholende Endlichkeit des Ablaufs filmisch durch den Schnitt zur Unendlichkeit bearbeitet.

Linda Opgen-Rhein (Jg.1966, Dortmund) erfasst Zeit und Raum körperlich durch das Beschreiben von Flächen in ihrer engen, rhythmischen Handschrift. Der Inhalt der meist literarischen Texte ist nur noch in einzelnen Wortspuren zu erahnen. Die Gesetze für die Anordnung der Schrift-Lagen, die Auswahl des Schreibgerätes und des Untergrundes werden von ihr bei jeder Arbeit neu aufgestellt und konsequent ausgeführt. Im Nassauischen Kunstverein beschreibt sie mit Bleistift (Staedler 2B) über mehrere Tage eine Wand, das Schriftfeld begrenzt sich selbst durch die Maße des Raumes und tritt mit einer Papierarbeit im gegenüberliegenden Raum in Korrespondenz. Zusammen mit


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