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Holmer Feldmann / Holler/Westerwald-Neumünster,14.3.1945, 2008
 
Von dem
was dann noch bleibt
James Aldridge / Holmer Feldmann / Rachel Goodyear / Falk Haberkorn / Jeon Joonho /
Elena Loukianova / David A. Parker / Kei Takemura / Rebecca Wilton / Haegue Yang
2. März – 20. April 2008

Eröffnung: 1. März 17 bis 20 Uhr
kuratiert von Elke Gruhn und Katharina Klara Jung

Was bleibt, wenn etwas verschwunden ist? Ein Gedächtnis weiß mehr als wir selbst, es ist kreativ, beschränkt sich nicht auf einfache Reize und Daten, sondern verarbeitet und speichert Informationen und deren Bedeutung, die durch Kommunikation mit allen Sinnen entsteht und von uns mit Gefühlen bewertet wird. Nicht immer gehen Erinnerungen auf Erlebnisse zurück, sie können entstehen aus Büchern, Filmen, den Erzählungen Anderer... Was dann noch bleibt? Geschichten, Spuren, Anklänge, Schatten, manchmal auch Neues…

Die großformatigen Scherenschnitte CREEPING DEATH und DARK LAKE von James Aldridge verführen den Betrachten in eine düstere Traumwelt. Bizarr schöne Landschaften mit Vögeln, Blumen und rauchenden Totenköpfen entstehen intuitiv ohne vorherige Planung im fließenden Prozess des Ausschneidens. Die Motive entspringen der Erinnerung an Plattencover von Heavy Metall Musik und intensiven Naturstudien. Indem die Negativform durch das Ausschneiden entfernt wird, findet ein Zeichnen im umgekehrten Sinne statt; das, was übrig bleibt, bildet die Form, das Motiv und den Raum.

DER BRIEFRAUM nennt Holmer Feldmann seine Konzeptarbeit, in der er für jeden Tag des 20. Jahrhunderts einen Brief malen will. Aus einem wachsenden Archiv privater Korrespondenzen von unbekannten und fremden Menschen erarbeitet er seriell einzelne Abschnitte dieser Zeitspanne. Diese minutiösen, Detail getreuen Malereien, auf denen jeder Wasserfleck und Tintenklecks wiedergegeben ist, erhalten und transportieren einen Teil persönlicher Geschichte und Gedanken der Schreiber und der Empfänger / Besitzer der Briefe. Der Pathos, mit dem die Schriftstücke durch ihre Übersetzung in die Malerei aufgeladen werden, wird zwar durch die Intimität des Inhalts konterkariert; durch die Erhebung zum Bildmotiv aber scheint sich das Geschriebene von der persönlichen Erinnerung zum historischen Dokument zu wandeln.

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        Audio:
        Elena Loukianova /
        Städelgarten, 2008

Elena Loukianova / Städelgarten, 2008