Follow Fluxus 2025 /

Christian Naujoks

Christian Naujoks ist Follow Fluxus-Stipendiat 2025/26

Das von der Landeshauptstadt Wiesbaden und dem Nassauischen Kunstverein Wiesbaden zum achtzehnten Mal in Folge vergebene Stipendium Follow Fluxus – Fluxus und die Folgen geht an Christian Naujoks. Wir freuen uns sehr, dass der Künstler von Juni bis August 2026 in Wiesbaden anwesend sein wird.

Das Stipendium wurde 2008 initiiert und setzt sich seitdem zum Ziel, internationale Künstler:innen zu fördern, die in ihrem Werk die Ideen von Fluxus aufgreifen und diese weiterentwickeln. Neben einem Preisgeld in Höhe von 10.000 € beinhaltet das Stipendium einen dreimonatigen Arbeitsaufenthalt in der hessischen Landeshauptstadt sowie eine Einzelausstellung im Kunstverein (2026/27).

Für den Turnus 2025/26 wurde das Vergabeverfahren grundlegend weiterentwickelt. Erstmals wurde das Stipendium öffentlich ausgeschrieben, um den Zugang bewusst breiter, transparenter und inklusiver zu gestalten. Künstler:innen wurden eingeladen, sich eigenständig zu bewerben und ihre Perspektiven aktiv einzubringen. Voraussetzung war die Einreichung eines Projektvorschlags, der die Ideen und Praktiken der Fluxusbewegung aufgreift und sie in einer eigenständigen, zeitgenössischen Form ins 21. Jahrhundert überführt.

Die fünfköpfige Jury setzte sich zusammen aus Jana Dennhard / freischaffende Kuratorin, Elmar Hermann / Bildender Künstler, Dr. Barbara Engelbach / Kuratorin Sammlung Zeitgenössische Kunst, Fotografie und Medienkunst, Ludwig Museum Köln, Monique Behr / Referentin für Bildende Kunst, Kulturamt der Landeshauptstadt Wiesbaden und Lotte Dinse, Direktorin, Nassauischer Kunstverein Wiesbaden. Die Jury entschied aus 408 Bewerbungen einstimmig und begründete ihre Wahl wie folgt:

Mit seinem Projektvorschlag beeindruckte Christian Naujoks (*1980, DE) die Jury wegen einer interdisziplinären Praxis, die Fragen des Hörens auf überzeugende Weise mit gesellschaftlichen, körperlichen und räumlichen Dimensionen verbindet. Naujoks versteht Hören nicht als neutrales Wahrnehmen, sondern als etwas, das durch Technik, Sprache und soziale Konventionen hergestellt wird. Ausgehend von seiner eigenen Erfahrung mit Tinnitus und Hörbeeinträchtigungen, lenken Naujoks Performances und Klangarbeiten feinfühlig, eindringlich und scharfsinnig den Fokus auf Momente, in denen das Hören fragil wird, Laute übersteuern oder sich auflösen.

Die für den Nassauischen Kunstverein Wiesbaden geplante Ausstellung verknüpft Klanginstallation, partizipative Formate und performative Elemente, die unterschiedliche Formen des Hörens einbeziehen. Damit eröffnen sich nicht nur neue Zugänge zur Klangkunst, sondern es entsteht ein Raum für gemeinsames Hören und unterschiedliche Wahrnehmungen.

Über den Künstler /

Christian Naujoks (*1980, lebt in Berlin) ist Komponist, Musiker und Künstler. Seine Arbeiten waren international in einer Vielzahl von Kontexten zu hören und zu sehen wie z.B. im Kunstverein Nürnberg – Albrecht Dürer Gesellschaft, der Galerie Max Mayer, Düsseldorf, den KW Institute for Contemporary Art, Berlin, im Museum of Contemporary Art Santa Barbara, Kalifornien, bei Sonic Somatic, Florenz sowie in der Elbphilharmonie, Hamburg und der Royal Academy of Arts, London. Seine künstlerische Forschung präsentiert er dieses Jahr am Rhythmic Music Conservatory, Kopenhagen. Er veröffentlichte mehrere Alben bei dem Berliner Label Dial Records und wurde 2019 mit dem Villa Romana-Preis ausgezeichnet. Werke von Christian Naujoks befinden sich u.a. in der Sammlung des Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart, Berlin und der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K21. 

Das Stipendium wird durch das Kulturamt der Landeshauptstadt Wiesbaden gefördert und ermöglicht.