In ihrer ersten institutionellen Einzelausstellung bedient sich Line Lyhne einer Praxis, die sowohl dem Handwerk als auch der Entwicklung eines konzeptuellen Rahmens verpflichtet ist. Diverse Materialien und Methoden werden vorgestellt, von der Handarbeit bis zum Einsatz von Readymades. Die Werke erstrecken sich dabei bewusst über verschiedene Gebiete kunsthistorischer Referenzen.

Ihre großformatigen Mosaike zeigen auf den ersten Blick eine beliebige Kombination aus haushaltsüblichen Glas- und Keramikfliesen, doch aus einem größeren Abstand entstehen durch die Komposition und Farbauswahl Landschaften. Auch das längliche Querformat der Arbeit verweist auf das Genre des Landschaftsbilds, und in der traditionellen Technik des Mosaiks entsteht ein pixeliges Stadtbild oder eine spiegelnde Hochhausfassade. Die Arbeiten aktivieren den Körper in seiner Bewegung, da sich die Motive und die Komposition je nach der eigenen Perspektive im Raum verändern.

Die skulpturalen Objekte wiederum besitzen eine vertraute Präsenz, die an modernistische Steinskulpturen oder einfach an eine allgemeinere, heimische Dekoration erinnern. Handgeschnitzte Marmorformen werden von Metallstrukturen getragen oder durchdrungen. Die Skulpturen offenbaren bewusst ihren Herstellungsprozess, wie den Abdruck eines Meißels im Stein als Spur der Hand und des Körpers der Künstlerin. Die Formen erscheinen dabei stets als befänden sie sich im Moment des Werdens.

Der Ausstellungstitel Spaces und Species ist eine Referenz auf Georges Perecs Werk Species of Spaces and Other Pieces (1973). In einer Reihe von Essays und praktischen Übungen meditiert der Autor über die Räume, in denen wir uns in unserem täglichen Leben befinden – vom Nahen bis hin ins Fernste.

Über die Künstlerin /
Line Lyhne (*1991 in Aarhus, DK) studiert seit 2019 bei Tobias Rehberger an der Städelschule in Frankfurt. Ihre Arbeiten waren bereits in Ausstellungen in Hamburg, Oslo, Paris, Salzburg, Wien und Frankfurt zu sehen. Im Winter 2019 nahm sie an der Gruppenausstellung LASH23 im Nassauischen Kunstverein teil.

Line Lyhne: Solaris (Detail), 2020, Courtesy: Die Künstlerin, Foto: Jiyoon Chung
Line Lyhne: Cry Me A River, 2019, Courtesy: Die Künstlerin, Foto: Jiyoon Chung
Line Lyhne: Aphrodisiacs, 2018, Courtesy: Die Künstlerin, Foto: Hamburger Bahnhof, Berlin

Line Lyhne / Spaces and Species

26. Februar 2021 - 02. Mai 2021

 

Eröffnung / Donnerstag, 25. Februar 2021