Follow Fluxus- Stipendium 2025/26
In Kooperation mit der hessischen Landeshauptstadt vergibt der Nassauische Kunstverein Wiesbaden seit 2008 jährlich das Stipendium „Follow Fluxus – Fluxus und die Folgen“. Mit inzwischen siebzehn geförderten Künstler:innen ist es das Ziel des Stipendiums, internationale Kunstschaffende zu fördern, deren Arbeit an die transnationale, multikulturelle und interdisziplinäre Kunstströmung Fluxus anknüpft. Mit der legendären Veranstaltungsreihe „Fluxus Internationale Festspiele Neuester Musik“ wurde 1962 in Wiesbaden ein zentraler Grundstein für die bis heute andauernde, internationale Rezeption von Fluxus gesetzt.
Stipendium /
Das Stipendium gewährt dem/der Stipendiat:in ein Fördergeld von EUR 10.000 und umfasst ein dreimonatiges Arbeitsstipendium von Juni bis August 2026. In dieser Zeit kann der/die Stipendiat:in mietfrei im Atelierhaus des Kunsthauses Wiesbaden wohnen und arbeiten. Dem/der Stipendiat:in steht ein vollständig eingerichteter Wohn-/Schlafraum mit Dusche/WC sowie ein Atelier (gesamt 70,88 qm) kostenfrei zur Verfügung. Im Anschluss wird im Nassauischen Kunstverein Wiesbaden in den Ausstellungsräumen im dritten Obergeschoss eine Ausstellung der entstandenen Arbeiten präsentiert. Um neue Netzwerke zu knüpfen und bestehende Kontakte zu stärken, wird vorausgesetzt, dass sich der/die Künstler:in während der Stipendienlaufzeit überwiegend in Wiesbaden aufhält.
Mit dem eingereichten Projektvorschlag soll an die Ideen und Praktiken der Fluxusbewegung angeknüpft und ein wesentlicher Beitrag zu deren Weiterentwicklung und zeitgenössischen Transformation im 21. Jahrhundert geleistet werden. Künstler:innen sind eingeladen, ihre Visionen in diesem Sinne zu formulieren und mit kreativen, innovativen Ansätzen neue Perspektiven auf fluxusverwandte Kunstpraktiken zu eröffnen. Gefördert werden internationale und nationale Künstler:innen aus allen Bereichen der Bildenden und Performativen Kunst, die ein abgeschlossenes Kunststudium sowie einschlägige Praxis und Ausstellungserfahrung nachweisen können. Bewerbungen von Autodidakt:innen, die sich durch besondere künstlerische Leistungen auszeichnen und dies durch Ausstellungen und Preise belegen können, sind möglich.
Bewerbung /
Bewerbungen in deutscher oder englischer Sprache sind unter Angabe des oben genannten Stipendiennamens bis spätestens 3. Dezember 2025 an folgende E-Mail-Adresse zu senden: fluxus@kunstverein-wiesbaden.de (E-Mails müssen bis 23:59 Uhr MEZ eingegangen sein, später eingehende Bewerbungen werden nicht berücksichtigt).
E-Mails (Betreff: Follow Fluxus Stipendium 2025_26)
Maximale Größe 10 MB
Die E-Mail muss die folgenden Dokumente enthalten:
1) Bewerbungsschreiben mit persönlichen Angaben, CV und Projektentwurf (maximal eine DIN A4 Seite) – PDF, Dateiname: APF_ Name des/der Bewerber:in.pdf
2) Nachweis der künstlerischen Tätigkeit: Portfolio mit Werkbeispielen, Ausstellungsteilnahmen, Links zu Video und/oder Audiodateien inkl. Passwortschutz falls notwendig – PDF, Dateiname: Portfolio_ Name des/der Bewerber:in.pdf
3) Kopie des Abschlusszertifikats/Urkunden – PDF, Dateiname: Degree_ Name des/der Bewerber:in.pdf
Postalische Bewerbungen inkl. der oben genannten Dokumente können gesendet werden an:
Nassauischer Kunstverein Wiesbaden
Wilhelmstraße 15
65185 Wiesbaden
Auswahlverfahren /
Bewerbungen, die die oben genannten Anforderungen nicht erfüllen, werden nicht berücksichtigt. Die Entscheidung über die Vergabe des Stipendiums wird von einer Fachjury getroffen. Der/die Stipendiat/in wird bis 30. Dezember 2025 benachrichtigt.
Tekla Aslanishvili
Der Plan und die Karte
Eine Filmchronik über den Auf-und Abbau von Infrastruktur
17. Oktober 2025 - 11. Januar 2026
Der Nassauische Kunstverein Wiesbaden präsentiert die erste umfassende Einzelausstellung der Künstlerin Tekla Aslanishvili (*1988 in Tiflis) – eine der spannendsten Stimmen der zeitgenössischen Videokunst – in Deutschland. In vier eindrucksvollen Filmen widmet sich die in Berlin, Tiflis und Wien lebende Künstlerin der Frage, wie Infrastruktur – von Bahnlinien bis zu Stromnetzen – Schauplatz politischer Macht und zugleich Ort für soziale Utopien sein kann.
Aslanishvilis Werke verbinden präzise Recherche mit poetischen Bildern und verweben dokumentarische Formen mit persönlichen Erzählungen, musikalischen Kompositionen und politischen Analysen. Im Zentrum der Ausstellung steht ihr neuer Zweikanal-Film The Mountain Speaks to the Sea (2024–25), der von den politischen, sozialen und ökologischen Dynamiken rund um ein geplantes Unterseekabel im Schwarzen Meer erzählt. Er wird zusammen mit früheren Werken wie Scenes from Trial and Error (2020) präsentiert, das die gescheiterte Vision untersucht, ein georgisches Fischerdorf in eine futuristische Smart City zu verwandeln. Karten, Fotografien und Recherchematerialien begleiten die Filme und eröffnen einen vielschichtigen Ausstellungsrundgang über zwei Etagen des Kunstvereins.
Der Film Scenes from Trial and Error (2020) ist der diesjährige Beitrag des Nassauischen Kunstvereins zum exground filmfest.
Mitwirkende /
Fotografische Arbeiten: Nikoloz Tabukashvili, Guram Tikanadze
Recherche: Alexandra Aroshvili (The Mountain Speaks to the Sea), Evelina Gambino (A State in a State)
Drehbuch: Evelina Gambino (A State in a State)
Co-Regie: Giorgi Gago Gagoshidze (Stone of Hell)
Komposition: Ani Zakareishvili, Nika Pasuri
Ausstellungsarchitektur: Natalia Nebieridze
Wir danken herzlich für die freundliche Unterstützung: Kulturamt Wiesbaden, Hessische Kulturstiftung, Naspa, Schufa, Universität der Künste Berlin Graduiertenschule und Sektkellerei Henkell. In Kooperation mit exground filmfest.
Lola Göller
A Worm in the Cherry
12. September 2025 – 3. Mai 2026
Der Nassauische Kunstverein Wiesbaden zeigt mit A Worm in the Cherry eine Einzelausstellung der Berliner Künstlerin Lola Göller (*1983 in Frankfurt am Main) im Rahmen des Follow Fluxus-Stipendiums 2024/25.
What the fuck is happening? Anhand dieser Frage erforscht Göller die alltägliche mediale Dauerbeschallung im grotesken Gleichklang von Katastrophen und Katzenbildern. Verschiedene Stimmen, auch ihre eigene, nutzt sie als erzählerisches oder konfrontatives Mittel, um sich mit Dysfunktionen, Verzerrungen, Renitenzen und (digitalem) Kontrollverlust auseinanderzusetzen. Der Wurm in der Kirsche dient hier als Metapher für Systemfehler, strukturelle Zerstörungen und zivilen Ungehorsam.
Lola Göllers Praxis umfasst Objekte, Installationen sowie ein breites Spektrum audiovisueller Formate. Ihre interdisziplinäre Herangehensweise verbindet medienreflexive Ansätze mit einer kritischen Befragung von Wahrnehmung, Erinnerung und sozialen Dynamiken.
Die Resultate ihres Arbeitsaufenthalts sind nun im Kunstverein zu sehen: fueled by ire, informed by friends and ghosts, topped with no cake but a cherry.
Wir danken dem Kulturamt Wiesbaden und der Sektkellerei Henkell für ihre freundliche Unterstützung der Ausstellung.
Aufgepasst!
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Donnerstag, 11. Dezember 2025,
18 Uhr - Late Art & Drinks
Sonntag, 11. Januar 2026,
15 Uhr - Führung mit Lotte Dinse, Direktorin, Nassauischer Kunstverein Wiesbaden