In Videos, Installationen und Performances forscht Annika Kahrs an den Rändern dessen, was wir allgemein als Musik bezeichnen, fragt nach der kulturellen und sozialen Funktion von Musik, nach ihren kommunikativen Aspekten und ihrer formalen Beschaffenheit. Sie interessiert die Frage, wann Musik beginnt, wo sie entsteht, und was an der Grenze zum bloßen Geräusch passiert. Ein Bindeglied zwischen diesen Themen sind Methoden der Interpretation und der Übersetzung - sowohl als Mittel der Kunst wie auch in der Konstruktion und Wahrnehmung des Alltags. Klang als Vehikel der Kommunikation – entweder instrumental oder vokal, zwischen Mensch und Tier, zwischen Akteuren auf einer Bühne oder mit dem Publikum befinden sich demnach hier oft im Zentrum der Arbeiten. Gewohnte Wege der Verständigung, Hörgewohnheiten und Verhaltensmuster werden unterbrochen und müssen neu gefunden werden. In den resultierenden Verschiebungen, Brüchen oder Missverständnissen werden die Wechselwirkungen zwischen Erwartung und Erfüllung, Routine und Scheitern in den veränderlichen – sozialen, kulturellen, politischen – Strukturen der Koexistenz untersucht. Musik als Sprache fungiert dabei als Ventil und Metapher zugleich. 

Über die Künstlerin /
Annika Kahrs (geb. 1984) lebt und arbeitet in Hamburg und Berlin. Sie wurde mit mehreren Preisen und Stipendien ausgezeichnet, darunter Villa Aurora, L.A. (2023), VILA SUL, Brasilien (2019), Max-Pechstein-Förderpeis (2019) und der George-Maciunas-Förderpreis (2012), gestiftet von René Block. Kahrs hat sowohl national als auch international in Einzel- und Gruppenausstellungen ausgestellt, darunter Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart, Berlin (2015); 5. Thessaloniki Biennale für zeitgenössische Kunst, Griechenland (2015); Flat Time House London, England (2019); Savvy Contemporary, Berlin (2018); Bienal Internacional de Curitiba, Brasilien (2013); Hybrid Art 2015, Moskau, Russland (2015); KW Institute for Contemporary Art in Berlin, Deutschland (2012 und 2014); MONA FOMA, Tasmanien, Australien (2021), Hamburger Kunsthalle (2022) und 16. Lyon Biennale, Frankreich (2022).

Annika Kahrs, Le Chant des Maisons (Videostill), 2022, Courtesy: Annika Kahrs & Produzentengalerie Hamburg

Annika Kahrs / AN ATTEMPT TO PROVE THAT WHAT IS PASSIONATE AND PLEASING IN THE ART OF SINGING, SPEAKING AND PERFORMING UPON MUSICAL INSTRUMENTS, IS DERIVED FROM THE SOUNDS

27. Januar 2023 - 16. April 2023

 

Eröffnung / Donnerstag, 26. Januar 2023, ab 18 Uhr

Gefördert durch die Stiftung Kunstfonds und das Kulturamt der Landeshauptstadt Wiesbaden.